Tobias Eisert neuer Präsident am Landgericht Mainz

Start in das digitale Zeitalter für Land- und Amtsgericht Mainz

Papierakten bald vor dem Aus? (Foto: Pixabay)
Papierakten bald vor dem Aus? (Foto: Pixabay)
Das Land- und Amtsgericht Mainz arbeiten seit dem 3. Februar 2020 mit der elektronischen Gerichtsakte, der sogenannten e-Akte. Sie sind damit neben dem Landgericht- und Amtsgericht Zweibrücken die nächsten Gerichte, die alle Neueingänge in Zivilsachen als elektronische Akte anlegen. Verfahren, die vor dem Stichtag anhängig geworden sind, werden noch als Papierakte geführt. Zuvor hatten bereits die Landgerichte Kaiserslautern und Bad Kreuznach sowie das Amtsgericht Bad Kreuznach und das Oberlandesgericht Koblenz die e-Akte eingeführt.

Durch die elektronische Akte stehen den Richtern neue Möglichkeiten der Aktenbearbeitung und Textverarbeitung zur Verfügung. Zudem bietet sie den Vorteil, dass mehrere Bearbeiter zeitgleich auf die Akte zugreifen können und der Zugriff auch im Falle einer Aktenversendung erhalten bleibt, da hierfür lediglich eine digitale Kopie erstellt und versandt wird.

Akten können über Großbildmonitore gezeigt werden
Der Einsatz der elektronischen Gerichtsakte wird im Sitzungssaal durch eine neue Medientechnik ergänzt: Akteninhalt kann nun über Großbildmonitore allen Verfahrensbeteiligten und Zuhörern angezeigt werden. Daneben ist in jedem Sitzungssaal eine Dokumentenkamera installiert, mit der Gegenstände und Unterlagen bis zu einer Größe von DIN A 3 den Parteien und der Öffentlichkeit gezeigt werden können, wobei auch eine Detailvergrößerung möglich ist.

Tobias Eisert neuer Präsident am Landgericht Mainz
Tobias Eisert hat unterdessen offiziell am 01. Februar 2020 die Nachfolge von Angelika Blettner am Landgericht Mainz angetreten. Er verfügt als vormaliger Präsident des Landgerichts Bad Kreuznach bereits über weitreichende Erfahrungen mit der e-Akte in Zivilverfahren, die am Amts- und Landgericht Bad Kreuznach seit dem Dezember 2019 erfolgreich verwendet wird.

 

"Zur Leitung eines Landgerichts bestens befähigt"
Justizminister Herbert Mertin hatte Tobias Eisert bereits im Herbst 2019 die Ernennungsurkunde zum Präsidenten des Landgerichts Mainz überreicht. 
Der Minister wünschte ihm für seine neue Aufgabe viel Erfolg und das stets auch notwendige Quäntchen Glück: „Schon in Ihrer bisherigen Funktion haben Sie gezeigt, dass Sie über alle notwendigen Führungsqualitäten verfügen und zur Leitung eines Landgerichts bestens befähigt sind. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit Ihnen in Ihrem neuen Amt“, sagte Mertin. Angelika Blettner scheidet aus der rheinland-pfälzischen Justiz aus. Sie hatte nach der Veröffentlichung des Berichtes "Unterlagen von Richterin gefälscht" durch die Mainzer Allgemeine Zeitung Strafanzeige gegen einen Mainzer Vater gestellt. In dem Fall geht es um den Verdacht der Rechtsbeugung durch die Mainzer Familienrichterin Stefanie P. (report berichtete darüber in Ausgabe 1/2020).
 (report)

Hintergrund: die Karriere von Tobias Eisert

Tobias Eisert (links) mit Minister Herbert Mertin (Foto: Justiz Rheinland-Pfalz)
Tobias Eisert (links) mit Minister Herbert Mertin (Foto: Justiz Rheinland-Pfalz)


Tobias Eisert
 wurde am 18. Januar 1966 in Alzenau-Wasserlos geboren. Er trat im Oktober 1998 in den rheinland-pfälzischen Justizdienst ein. Nach Stationen beim Amts- und beim Landgericht Koblenz wurde er an letzterem im April 2000 zum Richter auf Lebenszeit ernannt. Nach einer Abordnung an das Oberlandesgericht Koblenz 2005 wurde er im Juli 2006 zum Vorsitzenden Richter am Landgericht Koblenz ernannt. Es folgte von 2006 bis 2009 eine Abordnung an das Ministerium der Justiz in Mainz, in deren Anschluss Tobias Eisert bis 2015 als Richter am Oberlandesgericht Koblenz tätig war. Seit dem 19. Januar 2015 war er Präsident des Landgerichts Bad Kreuznach. Am 1. Februar 2020 hat Tobias Eisert die Leitung des Landgerichts Mainz übernommen.

Das Landgericht Mainz ist eines von acht Landgerichten des Landes Rheinland-Pfalz und eines von vier im Bezirk des Oberlandesgerichts Koblenz. Der Bezirk des Landgerichts Mainz umfasst die Städte Mainz und Worms sowie die Landkreise Mainz-Bingen und Alzey-Worms mit insgesamt etwa 620.000 Einwohnern. Beim Landgericht Mainz sind 136 Personen beschäftigt, darunter 35 Richter sowie 8 Rechtspfleger.

Dieser Bericht von "report - das Gerichtsmagazin für die Stadt Mainz" ist in der Ausgabe 3/2020 erschienen (Mai 2020)

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report - das Gerichtsmagazin für die Stadt Mainz 3/2020 (Mai 2020)
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