Schwere Vorwürfe gegen Mainzer Amtsrichter Martin Pirron

„Man hätte jeden Hund besser behandelt, als Richter Pirron mich als Opfer einer schweren Körperverletzung“

Röntgenbild der Gesichtsbrüche (Foto: Privat)
Röntgenbild der Gesichtsbrüche (Foto: Privat)

Ein cholerischer, unmenschlicher, arroganter und zutiefst unanständiger Richter am Amtsgericht Mainz? Als wäre er Gott in „seinem“ Gerichtssaal? Es sind schwere Vorwürfe, die ein Mann aus dem Landkreis Mainz-Bingen gegen den Mainzer Richter Martin Pirron erhebt.

 

                                                 report investigativ

 

Amtsgericht Mainz, 5. April: Richter Martin Pirron schlägt mit der Hand auf den Tisch und schreit das Opfer einer schweren Körperverletzung (komplizierte Brüche direkt unter dem rechten Auge - Titanplatten auf dem Röntgenbild oben gut erkennbar) wütend an: „Noch einmal, antworten Sie nur auf die Fragen, die ich Ihnen stelle!“ Bislang hatte der Mann jedoch nur gesagt, dass er den Täter „Gott sei Dank“ nicht kenne. Die Situation ist für das Opfer der schweren Körperverletzung kaum verkraftbar. „Dieses aggressive Verhalten von Richter Pirron hat mich, ohnehin schon traumatisiert, sehr verunsichert und verängstigt“, erklärt der Mann gegenüber report. „Als ich den Tathergang schildern musste, habe ich sehr heftig angefangen zu hyperventilieren und habe einen Weinkrampf bekommen. Ich konnte nicht mehr weiter sprechen. Ich habe gezittert. Mir ging es sehr, sehr schlecht.“

 

Opfer stand kurz vor Panikattacke im Gerichtssaal

Keine der im Saal anwesenden sechs Personen inklusive Staatsanwaltschaft habe irgendeine Geste des Mittgefühls, der Anteilnahme oder des Verständnisses gezeigt. Keiner habe in irgendeiner Form Hilfe angeboten oder einfach angeboten, die Befragung zu unterbrechen. Das Opfer stand unmittelbar vor einer Panikattacke. „Ich habe meinem Therapeuten gesagt, dass man jeden Hund besser behandelt hätte“, so der Mann weiter in einem persönlichen Gespräch mit unserer Redaktion. „Mir ging es monatelang durch den Gerichtstermin noch sehr schlecht. So kann man nicht mit Menschen und schon gar nicht mit Gewaltopfern in so einer Belastungssituation umgehen.“ Für den Mann war das auch unterlassene Hilfeleistung in einer von Richter Pirron dominierten Befragung.

 

"Gewaltopfer in unmenschlicher Art und Weise verstört zurückgelassen"

Die schweren Verletzungen sind durch einen Faustschlag des Täters entstanden. Durch den ganzen Vorgang der Körperverletzung habe der Mann auch ein Posttraumatisches Belastungssyndrom erlitten. Nach dem Opferentschädigungsgesetzt wurde ein Grad der Schädigung von 30 Prozent durch das Versorgungsamt anerkannt. Er sei nicht mehr arbeitsfähig und erhalte eine Erwerbsminderungsrente. „Es sollte doch nur eine Befragung sein und nicht in einer Situation enden, die weit über die Belastungsgrenze hinausgeht und ein Gewaltopfer in unmenschlicher Art und Weise verstört zurücklässt.“

 

Auf Anfrage von report mit Bitte um ein Interview mit Richter Pirron teilte das Amtsgericht Mainz durch Direktor Jens Wilhelmi mit, dass die presserechtlichen Befugnissen und Zuständigkeiten in dem Fall wieder auf die Staatsanwaltschaft Mainz übergegangen seien. Auf dortige Anfrage von report teilte die leitende Oberstaatsanwältin, Andrea Keller, mit, dass ihr nicht bekannt sei, dass, wann, von wem und oder in welchem Zusammenhang solche Vorwürfe erhoben werden. „Zu einer Bewertung unbelegter Behauptungen ohne Quellenangabe und Sachzusammenhang sehe ich keinen Anlass, zumal ich nicht die Dienstvorgesetzte von Richterinnen und Richtern bin“, erklärte Andrea Keller. (report)

Hintergründe zu dem Fall von Richter Martin Pirron

Das Aktenzeichen zu dem Vorgang der Körperverletzung lautet: 3500 Js 36007/17. Der Täter hat die Tat gestanden und wurde rechtskräftig verurteilt. Der Strafbefehl wurde erst von Richter Pirron auf 3000 Euro Schmerzenzgeld festgesetzt. Durch den Einspruch des Täters kam es zur Verhandlung. Martin Pirron hat dem Täter dann angeboten, wenn dieser den Einspruch zurückzieht, das Strafmaß neu zu prüfen. Der Täter hat zurückgezogen und das Strafmaß wurde dann grundlos zum Nachteil des Opfers auf 2000 Euro reduziert (Beschluss liegt report vor). Offensichtlich geschah dies, da Richter Pirron sich keine Arbeit machen wollte, um eine Urteilsbegründung in dem Fall schreiben zu müssen. (report)