TV-Tipp in ARD-Mediathek zu sehen

„Weil du mir gehörst“: Neuer Film für Deutschlands Familien ist top besetzt und exzellent umgesetzt

Anni zwischen den Fronten (Foto: SWR)
Anni zwischen den Fronten (Foto: SWR)

Als Paar sind sie gescheitert, doch als Eltern teilen sich Julia und Tom auch nach der Scheidung das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter Anni. Doch von ihren noch immer schwer verletzten Gefühlen getrieben, beginnt Julia, Anni systematisch ihrem Vater zu entfremden. Der Fernsehfilm „Weil du mir gehörst“ entfaltet die unterschiedlichen Perspektiven der Beteiligten und führt mit psychologischem Gespür vor, wie eine Familie in Täter und Opfer einer Elternentfremdung zerfällt.

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Schrecklicher Kampf ums Kind

Ein gutes Jahr nach ihrer Scheidung stehen Julia und Tom erneut vor Gericht. Das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter soll auf Julias Antrag hin neu entschieden werden. Bei der Befragung gerät die achtjährige Anni in Panik – sie möchte lieber tot sein als mit ihrem Vater zu tun zu haben. Was hat zu dieser vehementen Ablehnung geführt?

"Weil du mir gehörst" - Film jetzt in der ARD-Mediathek schauen

Schmerz und Verletzung
Ein Jahr zuvor sieht es noch anders aus. Bei der Scheidung ist vereinbart worden, dass Julia und Tom sich das Sorgerecht teilen. Alle scheinen gut damit zurechtzukommen. Jedes zweite Wochenende verbringt Anni bei ihrem Vater, den sie innig liebt. Tom hat, anders als Julia, eine neue Partnerin. Mit Jenny und ihrer kleinen Tochter Mia versteht Anni sich, es wächst so etwas wie eine neue Familie zusammen. Dann allerdings hält Tom immer öfter seine Verabredungen nicht ein.

Anni versteht nicht, was los ist. Ihre Mutter bietet ihr Erklärungen: Die Arbeit und die neue Familie brauchen die ganze Zeit ihres Vaters. Tom versteht genauso wenig, was los ist. Denn er steht immer wieder vor verschlossener Tür, wenn er Anni abholen will. Von Julia hört er nur Vorwürfe: Ihn zu treffen, tue Anni nicht gut. Und war nicht er derjenige, der die Familie zerstört hat? Voll Schmerz und Verletztheit versucht Julia, die Tochter möglichst eng an sich zu binden. Aber erst als sie sich einen Anwalt nimmt und mit allen Mitteln um die Aufhebung des gemeinsamen Sorgerechts kämpft, wird klar, dass sie Tom aus Annis Leben werfen will. Damit setzt sie einen Prozess in Gang, der immer mehr eskaliert und Anni zunehmend verstört.

SWR-Produktion für Das Erste
Das Drehbuch zu „Weil du mir gehörst“ schrieb Katrin Bühlig, inszeniert hat den Film Alexander Dierbach. Merle Collet, Teresa Harder, Lutz Blochberger, Monika Lennartz u. a. sind in weiteren Rollen zu sehen. Die Redaktion liegt bei Claudia Gerlach-Benz, Produzenten sind Simone Höller und Michael Smeaton. „Weil du mir gehörst“ ist eine Produktion der FFP New Media im Auftrag des SWR für Das Erste.

Anni und ihr Papa (Foto: SWR)
Anni und ihr Papa (Foto: SWR)

Unsere report Filmkritik:

Der vom SWR in Auftrag gegebene Film „Weil du mir gehörst“ ist ideal, diese besondere psychische Form der Kindesmisshandlung in die Breite der Bevölkerung zu bringen. Er ist nicht anklagend oder larmoyant, sondern schildert beispielhaft einen Fall von Eltern-Kind-Entfremdung wie er jährlich tausendfach passiert. Der Film rührt zu Tränen und ist zugleich erschütternd. FFP New Media als Produktionsgesellschaft hat den Film mit den TV-Stars Julia Koschitz und Felix Klare sowie mit Lisa-Marie Trense als Tochter Anni top besetzt und exzellent umgesetzt. Er zeigt, wie perfide Entfremdung wirkt: Die Kinder merken gar nicht, dass sie entfremdet wurden und werden. Sie leben in einer induzierten, falschen Wirklichkeit. Auch das wird in dem Film deutlich und zeigt, dass das deutsche Familienrecht dringend reformiert werden muss. Einschalten! (SWR/report)

Unseres TV-Tipp „Weil du mir gehörst“ ist bis 12. Mai 2020 in der ARD-Mediathek abrufbar

Diese Top-Story von "report - das Gerichtsmagazin für die Stadt Mainz "ist in der Ausgabe 1/2020 erschienen (Februar 2020)

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